Fotoworkshop Nkorho Bush Lodge 2013

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Bei meiner Südafrikareise im Herbst 2013 habe ich an einem fünftägigen Wildlife Foto-Workshop von Manus van Dyk (Nelspruit, Südafrika) teilgenommen. Er findet in der Nkorho Bush Lodge im Sabi Sand Private Game Reserve statt. Der Workshop beginnt am Do. 3.10. mit dem Mittagessen und der Vorstellung der Teilnehmer und endet am Dienstag 8.10. nach dem Frühstück mit der Verabschiedung.

Allgemeiner Tagesablauf in der Lodge

05.00: Wecken, Kaffee
05.30: 1. Game Drive mit Kaffeepause im Busch
09.00: Frühstück
10.00: Vortrag des Kursleiters (Kameraeinstellungen, Einführung in Lightroom)
14.00: Mittagessen
15.30: 2. Game Drive mit Pause für Sundowner im Busch
20.00: Abendessen

Der Vortrag mit Beamer im Schulungsraum dauert jeweils bis zum Mittagessen. Somit bleibt wenig Zeit zur Erholung (das Camp hat einen Swimmingpool) bzw. für die Fotografie im Camp. Jeweils nach dem Game Drive kopiere ich die Bilder auf den Laptop (und als Sicherung zusätzlich auf eine externe Festplatte) und lösche die Karte für die nächste Fotosession. Am Abend werden die Bilder gesichtet und offensichtlich schlechte Bilder gelöscht. Ins Bett bin ich zwischen 22.00 und 23.00 Uhr.

Nkorho Bush Lodge

„Mein“ Haus

Nkorho Bush Lodge

Lodge mit Swimmingpool in der Mitte

Das Personal in der Lodge ist sehr zuvorkommend. Die Wünsche werden einem fast von den Lippen abgelesen. Wenn man morgens vom Game Drive zurück kommt ist das Zimmer (eigentlich ein Häuschen) aufgeräumt. Nach dem Game Drive am Nachmittag sind alle Lichter im Zimmer eingeschaltet (wenn man zurückkommt ist es dunkel). Das habe ich in einer anderen Logde auch schon erlebt, den Sinn habe ich noch nicht verstanden. Vielleicht soll es die wilden Tiere abhalten ;-).
Frühstück und Mittagessen sind als Buffet organisiert, Abendessen gibt es in der Boma unter freiem Himmel. Dort sind die Tische in einem Halbkreis um ein Lagerfeuer aufgestellt. Am Schluss singen die Angestellten noch ein Lied für die Gäste. Danach kann man in die Bar oder sich aufs Zimmer zurückziehen.

Allgemeines zum Workshop

Auf dem Fotografen-Jeep sind nur die 4 Teilnehmer, der Kursleiter, der Ranger (= Fahrer) und der Tracker. Jeder Fotograf hat eine Sitzreihe für sich (der vierte sitzt neben dem Fahrer) und ein Stativgewinde am Auto zum Befestigen eines Kugelkopfes. Bei normalen Pirschfahrten sind bis zu 10 Touristen auf dem Jeep. Auf SafariDie besten Plätze sind vorne. Da ist der Winkel zum Fotografieren nicht so steil.
Alle Jeeps im Gebiet sind über Funk verbunden. Sichtungen von Tieren werden an alle weitergegeben. Dann geht es mit hohen Tempo (bis zu 40 km/h) zu der Stelle. Normal ist man mit ca. 15 – 20 km/h unterwegs. Normalerweise fährt man auf den Sandstraßen. Interessanten Tieren folgen wir auch durch den Busch. Die Fahrzeuge (Toyota Landcruiser oder Landrover) sind mit dicken Eisenrohren umgeben. Büsche oder Bäumchen bis ca. 5 cm werden einfach mit dem Auto umgedrückt.
Im Workshop suchen wir nur nach interessanten Tieren und das sind meistens Katzen. Alles andere (z.B. Antilopen) lassen wir links liegen. Wenn ein interessantes Ziel gefunden wurde dirigiert der Kursleiter das Fahrzeug an die beste Position zum Fotografieren.
Der Verlauf war eine Badewannenkurve. Am Anfang hatten wir gute Fotomöglichkeiten. Danach wurden die Fotoobjekte weniger. Am Schluss hatten wir wieder sehr gute Fotogelegenheiten.

Verlauf

Do. 3.10.:
Ich bin kurz nach 12.00 Uhr an der Lodge, Empfang und Checkin. Treffen mit Manus van Dyk und den anderen 3 (deutschen!) Teilnehmern. Mittagessen um 14.00 Uhr.
Um 15.30 Uhr geht es auf den ersten Game Drive. Um 16.45 finden wir 2 Leoparden. Diesen folgen wir bis 17.00 Uhr.
Leopard auf Weg 2 Leoparden auf Weg
Von 17.30 – 18.00 Uhr folgen wir einen weiteren Leoparden.
Leopard Leopard im Abendlicht
In der Dunkelheit gibt es noch einen Löwen der von hinten mit einem Scheinwerfer beleuchtet wurde (vom 2. Jeep der Nkorho Lodge). Zurück sind wir um 19.10 Uhr (28 km).
Löwe von hinten mit Scheinwerfer beleuchtet

Fr. 4.10.:
1. Game Drive: In der Nähe der Lodge fotografieren wir zur Einstimmung den Sonnenaufgang mit Giraffe.
Giraffe bei Sonnenaufgang

Um ca. 6.00 Uhr finden wir einen Löwen und 2 Löwinnen. Bei diesen bleiben wir bis 8.45 Uhr.

Auf dem Heimweg sehen wir noch Geier an einer unbekannten Antilope.
2. Game Drive: Als ersten sehen wir einen Löwen. Dieser döst unter einem Baum. Sieht nicht nach Aktion aus, d.h. wir fahren weiter.
Löwin im Schatten unter Baum
Als nächstes begegnen wir einer größeren Büffelherde.
Kaffernbüffel mit mit Madenhacker am Rücken
Gegen 17.00 Uhr sehen wir noch 9 junge Löwen beim Spielen. Das Licht ist nicht besonders üppig, d.h. hohe  ASA-Werte sind gefragt.
Junge Löwen Junge Löwen
Zurück sind wir um 19.00 Uhr (45 km).

Sa. 5.10.:
1. Game Drive: Los geht es um 5.30 Uhr. Erst mal Sonnenaufgang fotografieren. Sonnenaufgang im Busch
Um 6.30 Uhr ein kurzer Stopp bei einem Elefanten. Um 6.45 Uhr treffen wir auf einen Leoparden der aber bald im Unterholz verschwindet. In der Pause mache ich ein paar Bilder von einem Gelbschnabeltoko.
Leopard wälzt sich im Gras Gelbschnabeltoko auf Ast
Nach der Pause finden wir kein interessantes Objekt mehr. Zurück um 8.45 Uhr (48 km).
In der Lodge gibt es viele Webervögel, vor allen Scharlach- und Cabanisweber. In den (kurzen) Pausen versuchten wir uns daran.

Cabanisweber (m) auf Blatt

Cabanisweber (m)

Scharlachweber (m) auf Ast

Scharlachweber (m)

Fotografen

Fotografen in Aktion

2. Game Drive: Wie immer geht es pünktlich los. Allerdings haben wir heute kein Glück. Erst um 18.30 Uhr sehen wir das erste lohnende Ziel im Scheinwerferlicht: einen Löwen. Zurück sind wir um 19.15 Uhr (51 km).
Löwin im Scheinwerferlicht

So. 6.10:
1. Game Drive: Los geht es um 5.30 Uhr und wir sind ganz tief in der Badewanne. Nur ein einziges Bild vom 2. Safari-Jeep der Nkorho Lodge. Zurück sind wir um 8.30 Uhr (43 km).
Auf Safari
Kurze Anmerkung zu den Safari-Fahrten: nachdem es in Afrika bekanntlich warm ist und es für Touristen angenehmer ist in einem offenen Fahrzeug zu fahren, sitzt vorne am Fahrzeug ein Schwarzer als Lockvogel für die Raubtiere (ist noch aus Apartheitzeiten). *)

In der Pause müssen wieder die Webervögel als Fotomotiv herhalten.

2. Game Drive: Um 17.00 Uhr finden wir einen Leoparden dem wir bis 18.15 Uhr folgen. Zurück waren wir um 19.15 Uhr (33 km).
Leopard

Mo.7.10.:
1. Game Drive: Im hinteren Teil steigt die Badewanne bekanntlich steil an. Um 7.30 Uhr stoßen wir auf die 9 Junglöwen vom Freitag zusammen mit 4 Löwinnen an einem Zebrariss: All-you-can-eat for lions. Von dem Zebra ist nicht mehr viel zu sehen, d.h. die Löwen sind ziemlich satt. Aber vor allem die Jungtiere befreien die Knochen von den letzten Resten an Fleisch. Für unsere Kaffeepause verlassen wir die Löwen, kehren aber anschließend zurück und bleiben bis kurz vor 8.00 Uhr. Dann geht es zurück zur Lodge (8.15 Uhr, 45 km).

2. Game Drive: Um 15.30 Uhr starteten wir zu unserem letzten Nachmittags-Game Drive. Um 17.15 Uhr finden wir ein Rudel afrikanischer Wildhunde (7 Tiere). Diese sind sehr selten. Im Kruger NP gibt es insgesamt nur ca. 220 Tiere (andere Quellen sprechen von ca. 115). Wir folgen diesen bis ca. 17.30 Uhr, dann verschwinden sie im dichten Busch.
Afrikanisches Wildhunderudel auf Weg Afrikanischer Wildhund im Scheinwerferlicht
Auf der Rückfahrt sehen wir um 18.30 Uhr einen nachtaktiven Serval und 10 min. später ein ebenfalls nachtaktives Moholi-Galago. Galagos sind eine eigene Familie innerhalb der Herrentiere (zu denen wir auch gehören). Es ist das erste mal das wir nachtaktive Tiere sehen.
Serval im Scheinwerferlicht Moholi-Galago im Scheinwerferlicht
Am Rückweg haben wir noch eine Reifenpanne. In der Lodge sind wir um 19.00 Uhr (53 km).

Di. 08.10.:
1. Game Drive: Um 6.15 Uhr kommt ein Notruf vom 2. Jeep der Nkorho Lodge: er hat zwei platte Reifen und nur einen Ersatzreifen. Wir sollen unseren Ersatzreifen vorbeibringen. Unterwegs sieht der Ranger einen Leoparden mit einer Antilope (Impala) auf einem Baum. Das geht für uns natürlich vor. Bis der Jeep für uns Fotografen richtig positioniert ist springt der Leopard vom Baum. Schade! Nach ein paar Schritten machte er aber kehrt und klettert wieder auf dem Baum. Warum nur?
Leopard auf Baum Leopard mit Beute auf Baum Afrikanischer Wildhund
Da tauchen wie aus dem Nichts 8 Wildhunde auf. Zwei schnappen sich die Reste (Innereien) von dem Impala und da sind sie auch schon wieder im Busch verschwunden. Als nächstes fällt das tote Impala vom Baum. Der Leopard springt hinterher und bringt es innerhalb einer Minute wieder auf den Baum.

Als nächstes tauchen zwei Hyänen auf. Leider gibt es nichts mehr zum Holen: die Innereien sind weg und das Impala wieder sicher im Baum. Im Bush hören wir das Schreien einer Antilope. Der Leopard verlässt den Baum und geht in Richtung der Antilope. Dieses spielt sich innerhalb 15 min. ab. Der Busch ist zu dicht, wir können nicht folgen. Deshalb fahren wir außen herum. Und was sehen wir auf der anderen Seite: erst mal die Wildhunde und dann den Leoparden mit einer anderen toten Antilope im Baum. Der Ranger sagt der Leopard hat die Beute den Wildhunden abgejagt**). Nachdem wir schon genug Bilder vom ‚Leopard im Baum‘ hatten folgen wir den Wildhunden. Diese laufen ca. 2 km auf einem Sandweg um dann auf einer Wiese erst herumtollen und sich dann niederzulassen.

Zurück vom letzten Game Drive sind wir um 8.30 Uhr (30 km). Danach packen, Frühstück, ein paar Bilder von der Lodge und Verabschiedung.

*) Stimmt natürlich so nicht. Vorne ist der Tracker der nach Tierspuren auf dem Weg sucht. Auch die Tiere nutzen gerne die von Menschenhand geschaffenen Wege.

**) Der Ranger auf dem Olifants Trail meinte dass ein Leopard normalerweise nie die Beute einem Rudel von Wildhunden abjagen kann. Außerdem zerreißen Wildhunde die Beute relativ schnell in Einzelteile. Also hat man uns ‚dummen‘ Touristen eine schöne (aber wahrscheinlich unwahre) Geschichte erzählt. Wildhunde jagen die Beute im Rudel über weite Strecken bis sie ermüdet. Sobald sie die Beute haben schnappt sich jeder Hund ein Teil, d.h. die Beute wird, meist bei lebendigen Leib, in Einzelstücke gerissen.

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